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Peloton Concept Art

Peloton – ein Projekt zur digitalen Erinnerungskultur

Bei Studio Fluffy beschäftigen wir uns intensiv mit dem Wechselspiel von Komplexität und Dynamik. Dabei interessieren uns emergente Phänomene, die dadurch entstehen. Diese finden wir in ganz unterschiedlichen Kontexten und Ausprägungen.

Der Aufruf der Stiftung Digitale Spielkultur zum „Memory Pitch Jam“ erregte sofort unser Interesse. Es trieb uns an die Frage, wie es wohl möglich sein könnte, den Wandel der Normalität nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933, für Spielende erlebbar zu machen?

Wir entwickelten eine Idee für ein Spiel mit emergenter Spielmechanik, die wir in den Pitch einbrachten. Schell fand sich ein interdisziplinäres Team zusammen. Gemeinsam arbeiteten wir innerhalb von drei Tagen eine aussagekräftige Skizze aus. Zur großen Freude aller Beteiligten wurde das Konzept von der Jury ausgezeichnet.

Stiftung Digitale Spiele Kultur

Insbesondere die Verbindung von simulationsdynamischer Veränderung mit spielmechanischen Prinzipien hob die Jury als innovativ hervor. 

Im Spiel treten die Spielenden in einem alljährlich stattfindenden Fahrradrennen in einer fiktiven deutschen Kleinstadt zwischen den Jahren 1930 und 1944 gegeneinander an. Für die nötigen Fahrradteile müssen sie mit den Bürger*innen der Stadt zusammenarbeiten und auf den zunehmenden Einfluss des nationalsozialistischen Regimes reagieren.

Unser zentraler Gedanke war, die Rennspiel-Mechanik in eine sich verändernde Normalität einzubetten: eine Simulation, die sich aus der Wechselwirkung von unterschiedlichen Prozessen herausbildet.

Die Spieler*innen werden durch Interaktion selbst Teil einer Normalität im Wandel. Sie unterliegen den Prozessen, gleichzeitig bleiben Spielräume, die sie nutzen können.

Modell für gruppendynamische Entwicklungen

Auf der Mikroebene bilden die Spieler Gruppen, während von außen ein systemischer Druck auf die gesellschaftliche Struktur wirkt. Auf der Makroebene werden immer weniger Gruppen zugelassen, was zu einer Radikalisierung und Spaltung der Gesellschaft führt.

Handbuch der Stiftung Digitale Spielekultur

Im Handbuch der Stiftung Digitale Spielekultur „Erinnern mit Games – Digitale Spiele als Chance für die Erinnerungskultur“ wird das Konzept vorgestellt.

Zur weiteren Umsetzung des Projekts haben wir Arbeitsfelder identifiziert, die sowohl künstlerisch, didaktisch, geschichtswissenschaftlich als auch mathematisch und technologisch spannende Fragen aufwerfen. In fächerübergreifender Arbeit explorieren wir Lösungsansätze. Wir streben weitere Kooperationen an und suchen Partner für die Realisierung.

Den Verlauf der Entwicklung dokumentieren wir auf der Website des Projekts.

Die Concept Art „Marktplatz“ oben im Titel dieser Seite wurde von Enkhbileg Sergelen gestaltet.